Förderungsbeitrag SNF für Studie zur Reduktion von Antibiotika

Der Schweizerische Nationalfonds unterstützt die Studie “Effectiveness and implementation of point-of-care procalcitonin embedded in a multifaceted implementation strategy to reduce antibiotic prescription in Swiss primary care: the ImpPro hybrid trial” mit einem Beitrag von 720’000 CHF.

Das Ziel des ImpPro Hybrid Trials ist es, den Einsatz von Antibiotika zu reduzieren, um die Zunahme von antimikrobiellen Resistenzen zu verringern. In der Schweiz werden Antibiotika häufig bei akuten Atemwegerkrankungen verschrieben. Weltweit werden sogenannte Antibiotic Stewardship Interventionen entwickelt, um die Verschreibung von Antibiotika in der ärztlichen Grundversorgung zu reduzieren.

Eine dieser effektiven Interventionen sind Point-of-Care Procalcitonin Tests (POC-PCT), die helfen, Infektionen besser nach ihrem bakteriellen oder viralen Ursprung zu unterscheiden und so unnötige Einsätze von Antibiotika zu verhindern. Die Implementierung ist jedoch eine Herausforderung, auch in der Schweiz.

Das Impro Hybrid Trial setzt hier an: Inwiefern kann eine verbesserte Implementierungsstrategie den Einsatz von POC-PCT erhöhen und so den Gebrauch von Antibiotika reduzieren?

Zu diesem Zweck wird in der Studie eine Implementierungsstrategie entwickelt, die auf bestehender Antibiotic Stewardship Evidenz basiert und durch Kontextanalysen und Interviews mit Stakeholdern ergänzt wird. Zentral für die Studie ist ein elektronisches Tool für die Erfassung von Antibiotikaverschreibungen bei akuten Atemwegerkrankungen, welches es nicht nur den Forschenden, sondern auch den Ärzt*innen erlaubt, diese Verschreibungen zu tracken.

Zur Evaluierung der Wirksamkeit der Intervention und des Implementierungserfolgs ist eine hybride Typ-II-Effektivitäts-/Implementierungsstudie geplant, die sich auf eine cluster-randomisierte Studie stützt.

Professor Lauren Clack vom Institut für Implementation Science in Health Care ist co-PI, zusammen mit Dr. Yolanda Müller Chabloz vom Unisanté Center for Primary Care and Public Health Universität Lausanne, Dr. Noémie Boillat Blanco von der Division des maladies infectieuses des Centre Hospitalier Universitaire Vaudois und Dr. Catherine Pluess-Suard vom Institut für Infektionskrankheiten Universität Bern.

Olivia Tjon-A-Meeuw

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